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WALDE, Alfons 1891 – 1958
Kesses Mädchen mit gelben Strümpfen und Schuhen
€ 134.200
Tempera auf Papier
33 x 20,3 cm (Passepartout)
Rückseitig Stempel:
AUS DEM NACHLASS VON
PROF. A. WALDE, KITZBÜHEL
Eigenhändig bestätigt:
Guta E. Berger
Geb. Walde
Provenienz
Aus dem Nachlass
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In der Ausstellung 1921 brachte Walde erstmals auch Aktdarstellungen an die Öffentlichkeit,
die Anstoß erregten und zum Teil auch von der Kritik abgelehnt wurden.
Wie reichhaltig dieser Themenbereich im Gesamtwerk erscheint, läßt sich vielleicht
erst heute im Rückblick feststellen. Das Thema Frau, die Motive des weiblichen Aktes,
blieben konsequent bis in die letzten Lebensjahre ein zentraler Erlebnisbereich, aber
nur selten fanden diese Skizzen den Weg zum Kunden. Es waren für Walde vielmehr
Studien, formale Konzepte, die als Ausgleich zu seiner „offiziellen“ Malerei notwendig
erschienen. Hier äußerte sich der private Walde, in seinen innersten und intimsten
Bereichen, die er für sich und seine Freunde erschloß... . Es sind subtile Studien, fast
durchsichtg nuancierte Akte, vorerst in schönliniger Kontur mit feinfühliger Farbigkeit
modelliert, später in einem impressionistisch anklingenden koloristischen Zauber
umwoben, daneben aber auch kräftig, in herben Farben gestaltete Akte und
Portraits... . Die Bildnisse und Akte werden nun im Bildfeld nicht in naturalistischem
Sinn klar gemalt, sie sind wie ein Fragment, wie ein Torso in den malerischen
Hintergrund eingebunden, oft aber nur mit trockenem Pinselduktus fahrig angedeutet.
Den plastisch beschriebenen Rückenakten, beim Strumpfanziehen oder beim
Umkleiden mit durchscheinendem Unterkleid, mit hohen Stöckelschuhen und mit
hoch über die Knie gezogenen Nahtstrümpfen verlieh er ein Flair des Erotischen, des
verführerischen Milieus. Die Frauenkörper wirken in Ihrer Eleganz zurückhaltend und
trotz ihrer angeborenen Stämmigkeit sinnlich, nie vulgär.
Ammann: Walde 2005. Seite 59f.
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